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Ein neues Jahr liegt vor uns, ein Jahr voller Chancen und Herausforderungen, privat, persönlich, beruflich, familiär, gesellschaftlich, politisch.
Die Neujahrsansprachen der verschiedenen Regierungschefs in Europa bezeichneten die (Schief-) Lage als schwierig und deuteten härtere Sparkurse an. Die Arbeitslosenzahlen sind erfreulicherweise gesunken auf den ersten Blick und die Deutschen haben im letzten Jahr so viel wie nie zuvor ausgegeben und konsumiert.
Widerspricht sich das alles? Was kommt wirklich auf uns gesellschaftlich zu?
Das Zweite Vatikanische Konzil ist schon (für viele leider) Vergangenheit geworden. Auch wenn die Texte nicht mehr präsent sind, haben sie an ihrer ursprünglichen Sprengkraft nichts verloren.
Was bedeutet der Satz "Die Zeichen der Zeit erkennen und sie im Licht des Evangeliums deuten"? Er ist in der "Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute" - für Insider Gaudium et Spes - Artikel 4 zu lesen. Die Zeichen der Zeit sind oben beschrieben, wir können sie in den Zeitungen und Nachrichten verfolgen und in unserem persönlichen Umfeld wahrnehmen. Aber wie können sie im Licht des Evangeliums gedeutet oder gar gelebt werden?
Der Text von Dezember 1965 ist so aktuell, das Lesen lohnt sich.
Die Empfehlungen und Deutungen des Konzils lassen sich nicht in drei Worten zusammenfassen. Es geht nicht um schnelle Lösungen aus dem Rezeptbuch. Es geht um einige Veränderungen von innen heraus und die braucht Zeit.
Drei - keineswegs neue - Gedanken sind mir über die Feiertage wichtig geworden, sie sind keine Antwort, aber vielleicht ein Impuls zum Weiterdenken.
Gott kommt unter einfachen Bedingungen zur Welt: unterwegs, ohne festes Dach über dem Kopf, katastrophale hygienische Bedingungen, fragwürdige Familienstruktur, später zur Flucht gezwungen, in einem unfreien Land unter fremder Herrschaft;
Drei Menschen, Wissenschaftler, Nichtjuden, Andersgläubige machen sich auf, nehmen eine lange strapaziöse Reise auf sich und folgen einem Stern mit unbekanntem Ziel, werden abgewiesen, müssen ihren Kurs neu bestimmen und finden ein Kind - eigentlich nichts Besonderes;
Fast 30.000 Junge Menschen sind der Einladung der Bruderschaft aus Taizé nach Berlin gefolgt. Sie mögen unterschiedliche Motive für ihr Kommen gehabt haben, aber viele haben gehört oder selbst erfahren, dass Taizé für eine andere Kirchen- und Glaubenserfahrung steht.
Sie sind auf der Suche nach Orientierung für ihr Leben, nach Vorbildern, die ihnen zeigen, wie man als Christ in dieser Welt, in dieser Gesellschaft mit all ihren Versuchungen glaubwürdig und authentisch leben kann.
Der Lebensstil der Brüder in Einfachheit und Solidarität aus dem Geist des Evangeliums heraus ist für viele ein Modell der Lebensgestaltung.
Die Zeichen der Zeit erkennen und sie im Licht des Evangeliums deuten - das ist die Herausforderung für jeden einzelnen von uns, für jede kirchliche Gruppe, jede Gemeinde und die ganze Weltkirche. Ausgehend von meinen drei Gedanken heißt es für mich:
Gott ist da, wo ich ihn nicht vermute
Ich muss mich auf den Weg machen, Gott zu finden
Ich bin nicht allein, meinen Glauben zu leben
Ich muss mich auf den Weg machen, Gott zu finden
Ich bin nicht allein, meinen Glauben zu leben
Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Jahr!
Jutta Blümel
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