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Liturgisch befinden wir uns noch in der Osterzeit.
Die Evangelien direkt nach Ostern erzählen die Erlebnisse der Jünger und Jüngerinnen, ihre Begegnungen mit dem Auferstandenen, ihre Furcht und ihr Staunen, wie sie zusammenwachsen und das Unglaubliche weiter erzählen. Diese Erfahrung, der Herr lebt, er ist wahrhaft auferstanden lässt sie stark werden und mutig über sich hinauswachsen. Sie erinnern sich der Worte Jesu, die er ihnen gepredigt hat, verstehen sie mehr, deuten sie jetzt anders und spüren, dass mit Golgatha nicht alles zu Ende war.
Fazit: der Tod ist nicht das Ende.
Neben diesen nachösterlichen Erscheinungsberichten hören wir am Sonntag aus dem Johannesevangelium die Ich- bin- Worte: ich bin der gute Hirte, ich bin der wahre Weinstock. Jesus erklärt in einfachen Worten mit Bildern aus der alltäglichen Erfahrungen der Menschen von damals das Verhältnis von Gott und Mensch. Gott und Mensch sind eng verbunden, aufeinander zu geordnet.
Fazit: Gott agiert als Winzer und als Hirte versorgend und beschützend für den, der mit ihm verbunden ist und auf ihn vertraut.
Das Fest Christi Himmelfahrt taucht gerade noch in den Kirchen auf, in der Öffentlichkeit heißt der Tag längst Vatertag und bietet die Möglichkeit mit dem Freitag als Brückentag ein langes Wochenende zu haben. Wir feiern Jesu Rückkehr zum Vater, seinen Abschied von Leben auf dieser Erde mitten unter den Menschen. Vielleicht ist die Bezeichnung "Vatertag" doch nicht so weit entfernt; die "Brücke" von der Erde zum Himmel wird auch geschlagen.
Fazit: Jesus hat sich den Menschen entzogen, er ist in der Begegnung nicht mehr erfahrbar.
Pfingsten - Fest der Heiligen Geistes und Geburtstag der Kirche - die Jünger und Jüngerinnen spüren eine Kraft, die sie einerseits zusammenführt und sie andererseits hinaus in die Welt treibt mit der Botschaft vom Reich Gottes und den Geschichten, die sie mit Jesus erlebt oder von ihm gehört haben. Damit sie und wir nicht verzweifeln, sondern gestärkt werden, wird uns der Heilige Geist als Paraklet als Beistand geschenkt.
Fazit: Gott weiß um unsere Schwachheit und Ängstlichkeit, er lässt uns "nicht hängen"; der Geist, sein Geist soll uns führen in der Gesinnung Jesu.
In vielen Gebeten und Bildern wird das Wirken des Heiligen Geistes ausgedrückt, wie er in uns lebendig werden möchte, wie er uns beistehen kann.
Es ist eine gute alte Tradition zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten die Novene zum Heiligen Geist zu beten, ihn als Beistand zu erbitten.
Ich wünsche uns allen die spürbare Erfahrung des Heiligen Geistes, wie er im Text des Monats beschreiben wird und "geistreiche" Pfingsten.
Jutta Blümel
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